The Silo – Zeitz MOCAA

Im letzten Jahr blieb nur Zeit für einen kurzen Blick in den Eingangsbereich. Dieses Mal sollte es etwas mehr werden. Und das wurde es auch. Ein Besuch im alten neuen Getreidespeicher „The Silo“ mit dem Zeitz MOCAA.

Man muss sich vorstellen, dass an der Stelle des heutigen Zeitz MOCAA bis vor wenigen Jahren das größte Getreidesilo Afrika südlich der Sahara stand, mitten in Kapstadt, gebaut 1921, über 50 Meter hoch und dem Verfall preisgegeben. Seit letztem Jahr erstrahlt „The Silo“ in dem gleichnamigen District in unmittelbarer Nähe zur V&A Waterfront aber in neuen Glanz. Von außen ist bereits zu erahnen, dass dem Architekten etwas besonderes gelungen ist. Im Inneren ist man sich dann mehr als sicher, dass hier ein Gebäude zu neuem Leben erweckt wurde, das mit anderen Häusern der Welt problemlos mithalten kann. Architektur und Funktionalität gehen Hand in Hand miteinander. „Form follows Funktion“ in Perfektion, wobei der Architekt ganze Arbeit geleistet hat. Auch im Inneren des Gebäudes erinnert jeder Blick an die alte Funktion. Die einzelnen Röhren des Getreidesilos sind aufgeschnitten, zum Teil vom Boden bis zur Decke, beinhalten heute unter anderem die Aufzüge oder enden mit einer Glasplatte sechs Etagen über dem Boden auf einer Aussichtsplattform. Der Blick von oben durch das Glas zig Meter in die Tiefe ist nichts für schwache Nerven.

Im neuen Getreidespeicher hat ein Hotel sein zu Hause gefunden, passender Weise „The Silo“ genannt, mit exklusiver Bar und Restaurant bis hin zur Dachterrasse.  Da wir nicht vorgebucht hatten (und außerdem vermutlich nicht ordentlich genug angezogen waren) haben wir auf einen Besuch dieser Lokalitäten verzichtet. Und sind dennoch kulinarisch auf unsere Kosten gekommen.

Viel wichtiger ist auch der andere Teil des Silos, nämlich das Zeitz MOCAA Museum für zeitgenössische Kunst Afrika (Museum of Contemporary Art Africa). Da hat sich der Besuch doppelt gelohnt. Für einen Eintritt von 190 Rand (ca.  12 €) bekommt man nicht nur die Architektur des gesamten Hauses zu sehen, sondern vor allem die Ausstellungen rund um afrikanische Künste und Künstler. Neben einer Dauerausstellung gibt es immer wieder wechselnde Ausstellungen in den oberen Etagen. Ich habe selten so unterschiedliche Stilrichtungen moderner Kunst gesehen, die alle etwas vereint: nämlich die Farbigkeit des afrikanischen Kontinents. Selbst mit politischen Themen geht man hier ernst aber dennoch bunt und vielfältig um. Schwarz-weiß kommt hier selten zum Tragen. Oftmals ist gerade die Befassung mit den schwierigen Themen dieses Kontinents in den Kunstwerken geprägt von Farbigkeit und ganz oft auch von Humor.

Wir konnten uns einige Stunden in diesem besonderen Haus aufhalten, Fotos von allem und ohne Ende machen (einzige Einschränkung: kein Blitz) und mussten tatsächlich auch ohne Besuch des Hotels nicht auf ein leckeres Mittagessen mit toller Aussicht verzichten.  Denn auf dem ersten Dach des Silos in der 6. Etage gibt es das nette Restaurant „Food“, das mit einer kleinen aber feinen Karte aufwartet und einen Blick über den Hafen und den Silo-District öffnet. Mehr geht nun fast wirklich nicht.

Demnächst folgt hier ein ausführlicher Bericht zum Silo mit noch viel mehr Bildern eines begeisternden Tages, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich dem Museum und dem Gebäude sicher eine extra-Seite widmen. Heute also nur ein erster Eindruck.


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