Zum Ende nochmal Wein

So, nun ist es passiert. 4 Wochen in Südafrika sind um, vergangen wie im Flug mit vielen Begegnungen und Erlebnissen, von denen wir nun die nächsten 11 Monate zehren werden. Das Wetter hat uns in Hamburg mit frühlingshaften Temperaturen empfangen. Zuvor stand der Rückflug mit der Boing 747-400 von British Airways an, ziemlich unkompliziert, nettes Personal am Boden und in der Luft. Aber mal ehrlich Leute, euer Fluggerät – gefühlt – aus dem letzten Jahrtausend könntet ihr ruhig mal erneuern. 

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Doch bevor das Reisetagebuch 2019 virtuell zugeklappt wird, will ich mein Versprechen vom Anfang der Reise noch einlösen, nämlich über die Weinreise Teil 2 zu berichten. Denn auf der Tour in Richtung Osten haben wir noch 3 weitere Weingüter besucht.

Noch in Kapstadt waren wir mit Barbara und Michael von VinAfrica, unseren „Weindealern“ aus Nußloch, bei denen wir viele unserer südafrikanischen Weine bestellen, bei Beau Constantia. Ein sehr interessantes und modernes Unternehmen, die wenige Weine, dafür aber nur Spitzenprodukte anbieten. Jeder Wein aus der Weinprobe, egal ob weiß, rot oder rosè schmeckte hervorragend – zwei Flaschen kamen zu unserem Reisegepäck dazu. Die Terrasse für das Tasting liegt inmitten der Weinberge, auf die man nach oben als auch nach unten ins Tal schauen und die gut gepflegte Anlage bewundern kann. Eigentlich wollten wir im Spitzen-Restaurant Chef‘s Warehouse zu Mittag Tappas essen gehen. Leider war kurzfristig kein Platz zu bekommen, so dass wir ins Restaurant „The Bistro“ von Klein Constantia gefahren sind – absolut empfehlenswert. Die bieten dort eine kleine, aber feine Karte mit leckeren Gerichten zu einem guten Preis an. Den Wein hatten wir ein paar Tage vorher schon mal getestet; deren Essen war spitzenmäßig, dazu ein Sauvignon Blanc aus 2016, der jetzt leider ausverkauft ist (nicht wegen uns 😆).

Das nächste Wine-Tasting fand dann tatsächlich erst 554 km von Kapstadt entfernt statt, in der Nähe von Plettenberg Bay. Kay & Monty Vineyard ist ein Weingut 5 km von der Hauptstraße N2 gelegen, erreichbar über eine gravel road, und wenn man meint, es kommt nichts mehr, ist man irgendwo im Nirgendwo, nämlich auf dem Weingut Kay & Monty. Es liegt sehr idyllisch, in fast absoluter Stille und hat einen großen, hallenartigen Zentralbau, in dem ein Restaurant mit großer Außenterrasse integriert ist. Für das Wine-Tasting stehen lediglich 2 Weine und ein MCC-Sekt zur Verfügung, wobei der Rotwein von einem anderen Weingut zugekauft ist, da die eigenen Rebstöcke noch nicht ausreichend Trauben hergeben. Die Weine waren gut. Auf jeden Fall sollte man eine Käse- oder Wurstplatte zum Beispiel zum Lunch ordern; die Käseplatte ist üppig gefüllt und hammer-lekker.

Das letzte Weingut unserer Reise liegt direkt gegenüber der Einfahrt zu Kay und Monty an der N2, in der Berg-Region „Crags“. Daher tragen viele Weine des Gutes Bramon den Namen „The Crags“. Bramon ware das erste Weingut hier in dieser bergigen Region, hat sich auf Sauvignon Blanc spezialisiert und ist bekannt für seine MCC-Sparkeling wines, also Sekt, der nach der Methodé Cap Classique hergestellt wird.

Man fährt auf das Weingut durch eine der für Südafrika typischen Einfahrten und dann entlang der Reben, die einen bis zum Weinkeller oder zum Restaurant begleiten. Am Restaurant angekommen erwartet den Gast ein modernes Ambiente, die Tische, die auch für das Wine-Tasting genutzt werden, sind zum Teil in die Reben gestellt. Man hat das Gefühl, dass man den Wein, den man probiert auch direkt vor Augen hat, nicht nur in der Flasche, sondern auch als Traube am Weinstock. Präsentiert werden 6 Weine, wobei zwei davon „bubllies“ sind, so wird der Sekt hier allgemein genannt. 3 Weißweine und 1 Rose stehen ebenfalls parat. Wie üblich spart man die Kosten für das Tasting, wenn man eine Flasche Wein kauft, was hier nicht schwer war. Denn die Weine sind alles sehr gut, wir haben uns für einen Sauvignon Blanc entschieden, nämlich den „The Crags“ Nectar. Sehr lekker! Ein Besuch bei Bramon lohnt sich auf jeden Fall, beim nächsten Mal werden wir sicherlich auch das Restaurant testen.

Das waren sie also, unsere Weingüter 2019. Ein Bruchteil von dem, was es in  den Weinregionen zu entdecken gibt. Eine besondere Entdeckung haben wir in diesem Jahr fernab von Weinen gemacht, nämlich in der Gin-Ecke. Unser Lieblingsrestaurant in Bloubergstrand präsentierte uns am ersten Abend einen lokalen blauen Gin, der sich mit Tonic vermischt lila färbt. „Six Dogs“, so heißt der Südafrikaner, ist ein Botanical, dessen blaue Farbe von der Blauen Erbsenpflanze stammt und der am Ende eine leichte Pfeffernote hinterlässt. Absolut lekker und gern genommen als Appetizer oder gern auch mal für zwischendurch.

In diesem Sinne: Wohl bekomms!

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