Und da wir am ersten Tag nicht alle geplanten Weingüter im Durbanville Valley geschafft haben, war die Gegend am zweiten Tag vor uns auch nicht sicher. Als erstes besuchten wir Hillcrest Estate. Hier werden neben Wein auch Oliven angebaut. Was liegt also näher als eine Weinprobe mit „Olivenbegleitung“ zu machen? Olivenöl, Olivenpaste und frische schwarze Oliven zu einem Sauvignon Blanc, einem Rose und einem Cabernet Sauvignon/Merlot. Und wer kein Oliven mag – wie ich – macht das Ganze mit verschiedenen Sorten Nougat und den passenden Weinen dazu. Yummy! Die Weine waren gut, das Olivenöl schmeckte auch, also wanderte beides in den Kofferraum unseres Autos. Hinzu kommt, dass die wenigen Gebäude des Weingutes zentral an einer Stelle zu finden sind und man so einen guten Eindruck von der Location bekommt. Der Tasting-Raum liegt direkt hinter dem Restaurant und hat auch einen kleinen Shop an Bord. Alles in allem ein sehr guter Start in den Tag.
Auf der Route weiter Richtung Durbanville machten wir dann auch endlich Stopp beim schon gestern geplanten Besuch des Weingutes Altydgedacht, grad um die Ecke von Hillcrest. Schon bei der Ankunft fiel mir auf, dass sich seit dem letzten Jahr etwas geändert hat. Und richtig. Das Logo hat sich in moderne Schwarz-Weiß-Initialien „AG“ verwandelt, der Tasting-Raum war geöffnet und neu eingerichtet und wir sollten erfahren, dass man sich offensichtlich von Grund auf ein neues Image geben will. Unabhängig davon schmecken die Weine immer noch toll. Vom Gewürztraminer (!) haben wir gleich zwei Flaschen eingepackt, schließlich kann man den 7 Jahre lang lagern. Wir wollen mindestens bis 2023 durchhalten *smile*. Im Ernst: mittlerweile wird dieser Wein auch trocken ausgebaut, auch schon in Deutschland und man kann ihn wieder genießen. Weit weg von dem halbtrockenen Zeug, den man mit Gewürztraminer sonst verbindet. Unbedingt probieren! Da wir beim nächsten Weingut zum Lunch essen wollten, verließen wir Altydgedacht zu vorgerückter Mittagsstunde in der Hoffnung, dass man behutsam mit den notwendigen Veränderungen umgehen möge.
Nun also weiter nach Durbanville zum Weingut Groot Phesantekraal, was man mit Großem Fasanengehege frei übersetzen würde. Fasan stand zwar nicht auf der Karte des Restaurants, trotzdem haben wir in – zugegebenermaßen etwas angespannter und unterkühlter Stimmung der Gäste und der Bedienung – sehr gut gegessen. Das war auch nötig, denn schließlich wollten wir die Weine noch probieren, und dafür brauchten wir eine gute Grundlage. Nur so nebenbei: Ich hab Schweinebauch gegessen, was ich zu Hause NIE mache. Das war so lecker zubereitet, dass ich die schwabbelnden Fettmassen völlig vergessen habe – also die vom Schweinebauch meine ich.
Und die Weine waren erstaunlich gut. Da wir immer nur die Weißen testen, gab es lediglich drei zu probieren. Einen Sauvignon Blanc, einein Chenin Blanc und dann der Knaller: Anna de Koning, ein Chenin Blanc aus dem Holzfass als Flagschiff im Weißwein-Bereich. Natürlich musste Anna mit nach Hause. Ein empfehlenswertes Weingut auch wegen der tollen Anlage, deren Pflege und der Fahrt von der Hauptstraße durch die Weinstöcke bis hin zum Manor House allein schon ein Erlebnis sind.
Mit dem Durbanville Valley und der gleichnamigen Route soll es nun erst einmal gewesen sein. Ein geplantes Gut ist allerdings noch offen. Vielleicht kommen wir die nächsten Tage an De Grendel noch vorbei. Dann schlüpfen wir dort rein und berichten von den Erlebnissen. Morgen geht’s dann in die Region um Stellenbosch.
Das mit dem Wein ….
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