
Erinnert ihr euch noch an das Dünen-Rehabiltationsprojekt in Bloubergstrand? Genau heute vor drei Jahren hatte ich darüber einmal geschrieben. Nach vorsichtigen Schätzungen sollte das Projekt Ende 2025 abgeschlossen sein. Schauen wir mal, was sich seit Februar 2023 getan hat. Alles rund um das Projekt selbst könnt ihr im Bericht von damals im Detail nachlesen. Vielleicht nur soviel zusammengefasst: Die Dünen am Bloubergstrand gehörten hier zum Ortsbild und wurden in einem großen Projekt planmäßig abgetragen, um sie sukzessive wieder aufzubauen. Und zwar so, dass durch die Bepflanzung das ewige Abtragen des feinen Strandsandes verhindert wird. Der lag nämlich regelmäßig neben den Dünen und damit auf der Straße und den Gehwegen, die zum Teil nicht benutzt werden konnten. Und der Sand fehlte bei den Dünen, die im Normalfall zum Schutz der Infrastruktur gegenüber dem Meer dienen sollen. Nicht nur der starke Süd-Ost-Wind tat sich genüsslich an den Dünen, auch die mangelnde Pflege war ein Grund dafür, dass sie ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen konnten.







Neben der Rehabilitation der Dünenlandschaft wurde auch umfangreich die Erneuerung der Straße und der Gehwege geplant. Die Holz-Zäune zu den Dünen sollten neu errichtet werden und die Parksituation für die Autos, deren Insassen den Blick auf den Tafelberg und den Strand genießen wollen, wurde umgeplant. Letzteres übrigens zum Unmut der Parkenden, denn plötzlich sollen die Autos längs zur Fahrtrichtung parken. Vorher, beim schräg vorwärts Einparken, hatte man einen tollen Blick auf Berg und Wasser, jetzt müsste man sich das Genick leicht ausrenken, um den hinter einem liegenden Tafelberg zu sehen. Es gibt sicher gute Gründe für diese Veränderung, zumal jetzt etwas mehr Klarheit in der Trennung zwischen Autoverkehr, Fußgänger-Promenade und ruhendem Verkehr herrschen könnte. Ihr lest so langsam raus, dass sich vermutlich Einiges getan haben könnte? Richtig, das hat es.





Wie auch bei uns in Deutschland gibt es hier in Südafrika manchmal zeitliche Verzögerungen, weil ein Beteiligungsverfahren nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte, Einsprüche gegen das Projekt bearbeiten werden müssen oder weil schlicht eine ausführende Firma Pleite gegangen ist und erst eine neue gefunden werden muss, die die begonnenen Arbeiten fortsetzt. Daher sind die Arbeiten an und um die Straße herum noch nicht ganz fertig. Das, was man sehen kann, verspricht wirklich schön zu werden. Was aber definitiv erfolgreich zu sein scheint, ist das Dünen-Projekt selbst. Die aufgestellten Netze erfüllen offensichtlich ihre Aufgabe und halten den Sand da, wo er hingehört, nämlich zwischen den Netzen und formen eine neue Sanddüne. Die Bepflanzung ist augenscheinlich gut angewachsen und vermehrt sich prächtig. Klassischer Strandhafer wechselt sich mit Blühpflanzen und Bodendeckern ab. Die Zugänge zum Strand bieten den Besuchern einen einfachen Weg zum Wasser, ohne das man über die Dünen klettern muss – und übrigens auch nicht mehr kann. Denn was nämlich besonders gut zu funktionieren scheint: die Menschen halten sich weitgehend aus den Dünen fern. Noch vor drei Jahren nutzten die Strandbesucher die Netze als willkommenen Windfang und legten sich gemütlich zum Sonnenbaden nieder. Maximal am unteren Ende der Absperrungen trauen sich die Sonnenhungrigen, sich heute hinzulegen. Allen sollte bewusst sein, dass die Dünen und ihre Bepflanzung Ruhe und Zeit benötigen, um sich zu entwickeln.





Und noch eines ist nahezu verschwunden: der Sand auf der Hauptstraße von Bloubergstrand. Das, was früher an Schneeverwehungen erinnerte, ist heute Geschichte. Das Projekt Dünen-Rehabilitation ist ein Grund zum Feiern, auch wenn das Ziel noch nicht final erreicht ist. All die Mühe, die in das Projekt hinein gesteckt wurde, führt offensichtlich zum Erfolg. Glückwunsch!