Ab in den Süden

Der südlichste Punkt Afrikas. „Na klar, da waren wir schon.“ Oder: „Kennt man doch, das Kap der guten Hoffnung!“ Aber weit gefehlt. Bei Günther Jauch würde man auf die Antwort „Cape Agulhas“ mindestens 125.000 € gewinnen.

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Und tatsächlich ist das Kap der guten Hoffnung am südlichen Zipfel der Kap-Halbinsel zwar der touristische Höhepunkt einer jeden Südafrika-Reise, ist auch ganz nett dort. Aber tatsächlich ist das Kap Agulhas noch mal etwas südlicher und damit der „southernmost Point of Africa“. Dahinter gibts nix mehr, außer irgendwann viel später die Antarktis, die nur für Forscher oder Pinguine wirklich von Interesse ist. Kap Agulhas heißt übersetzt so etwa „Nadelkap“ und hat seinen Namen von Bartolomeus Dias, der als erster europäischer Seefahrer das Kap umschiffte.

Am Kap Agulhas begegnen sich übrigens der Atlantische Ozean und der Indische Ozean. Richtung Westen, also zur Atlantik-Seite ist das Wasser richtig kalt, Richtung Osten kann man in Mossel Bay, Wilderness oder Port Elizabeth in sehr angenehmen Temperaturen im Indischen Ozean baden gehen.

Hier am Kap Agulhas begegnen sich nicht nur die Ozeane, sondern auch Menschen aus aller Herren Länder. Es ist zwar nicht so überlaufen, aber wenn man gern mal in Ruhe hier herumschlendern möchte oder mal ein Foto ohne zu viele Menschen darauf, muss man schon in den frühen Vormittagsstunden herkommen.

Und genau das war der Plan. Außerdem wollten wir abends mal die Ruhe vom Stadtleben, einen schönen Sonnenuntergang und den Nachthimmel am Ende Afrikas genießen. Pustekuchen: das Wetter hat nicht mitgespielt. Wolkenverhangen empfing uns Cape Agulhas, um am Abend noch ganz kurz einen Spalt in den Wolken für eine Ahnung zu hinterlassen, wie dramatisch Sonnenuntergänge hier so sein könnten.

Dafür wurden wir am nächsten Tag mit ein bisschen Sonnenschein belohnt. Also nix wir hin zum südlichsten Afrika-Punkt, Fotos gemacht und in Ruhe das neue Afrika-Modell angeschaut, das die wesentlichen Erhebungen des afrikanischen Kontinents darstellt. Toll gemacht. Insgesamt macht die Sehenswürdigkeiten einen guten und gepflegten Eindruck, Gehwege sind neu gebaut und auch die Umrandung der zentralen Landmarke ist jetzt an den  Holzgehweg „angedockt“. Alles in allem eine gute Lösung für die Besucher. Früher war das gesamte etwas rustikaler, was auch seinen Charme hatte.

Mein 360 Grad-Foto vom southernmost Point findet ihr mit einem Klick hier!

Ein kurzes Stück weiter Richtung Westen liegt eines von vielen Schiffswracks an der Küste. Da mussten wir natürlich auch hin und ein Foto der Meisho Maru No 38 machen, die im Herbststurm 1982 nicht mehr zu retten war. Die 17 Besatzungsmitglieder des japanischen Fischfängers retteten sich schwimmend an Land, der Kahn war allerdings dahin.

Die Morgenstunden nutzen wir ohne die üblichen Tagesbesucher, um den Leuchtturm am südlichsten Punkt Afrikas zu besichtigen.  Er ist der dritte Leuchtturm, der in Südafrika gebaut wurde und ist nach dem Leuchtturm in Green Point/ Kapstadt der zweitälteste noch in Betrieb befindliche. Nach einem freundlichen Empfang und einem kleinen Eintrittsgeld von 33 Rand/ 2 Euro pro Person konnten wir neben dem Besuch des Museums auch die 71 steilen Stufen bis zum Leuchtfeuer erklimmen. Nix für schwache Nerven! Denn die Stufen sind tatsächlich steil und am Ende führt lediglich eine Leiter durch ein enges Loch im Boden zur Plattform ins Freie. Und hier ist es ganz schön hoch, einigermaßen schwindelfrei sollte man schon sein. Ganz Mutige gehen noch eine Etage höher und blicken dem Leuchtfeuer direkt ins Glasauge. Jedenfalls aber hat man von hier aus einen fantastischen Überblick über das absolute Ende Afrikas, kann den südlichsten Punkt gut erkennen und bekommt auf der anderen Seite eine tolle Sicht auf das kleine Örtchen Cape Agulhas.
Das Museum selbst ist für Nautikfans interessant und enthält auch eine kleine Ausstellung über die Verschmutzung der Meere. Ein Besuch dauert ca. eine Stunde und lohnt sich.

Kulinarisch gibt es in Südafrika ganz sicher interessantere Orte als Cape Agulhas. Aber ein Stück Cheesecake im Café Potpourri kurz vorm Leuchtturm geht immer, auch wenn man nicht an diesem mystischen Ort übernachtet 😉

Cheesecake von Potpourri Café


Ein Gedanke zu “Ab in den Süden

  1. Na wieder viel gesehen und erforscht…super!!Hier ist der Frühling ausgebrochen!!15 Grad und Sonne satt!!Liebe Grüße von hier und bis bald!!🙋🏼‍♀️🦋🍹🍷

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