Und dann noch Paarl

Nun also doch noch mal zurück zum Wein, wie versprochen. Wer nun glaubt, dass wir in Südafrika nur auf Weinreise sind, irrt natürlich. Wir essen auch gern und gut und insofern ist beides zusammen eine hervorragende Kombination. Auf vielen Weingütern kann man sehr gut zu Mittag oder auch zum Dinner seine Zeit genießen, am besten in Kombination mit einem Wein-Tasting.

6E23E493-C47E-4432-A3E7-7EF2FD365936Daher führte uns unser Weg auch noch nach Paarl, einem der großen Weingebiete in der Kapregion. Wir wählten dieses Mal eine Anfahrt über „die Dörfer“ vorbei an Phildalelphia (wirklich) und landeten zunächst bei Perdeberg, einem Weingut, dessen Weine wir schon einige Zeit kennen. Bei gefühlten 40 Grad im Schatten schossen wir mit unserem Ford Figo erstmal an der Einfahrt zum Gut vorbei, völlig im Gespräch vertieft und plötzlich erschrocken, dass mitten im Nirgendwo unser Ziel eigentlich schon erreicht war. Also umgedreht und rauf auf den staubigen Parkplatz, auf dem unser Figo sich an ein abgestelltes Motorrad kuschelte. In der Zwischenzeit suchten wir den gekühlten Tasting-Room auf und suchten die Weine zum Probieren aus. Durchweg gute Weine, aber keine, die wir auf unsere weitere Reise mitnehmen wollten. Zugegeben, der Noble Late Harvest, also der Dessertwein, war gut, aber dazu hatte ich ja schon mal gesagt, dass ich den alleine trinken müsste. Also raus in die Hitze, den Figo vom Motorrad erlöst und ab nach Paarl zum nächsten Weingut.

Die Weine von Fairview kennen wir auch schon seit mehreren Aufenthalten in Südafrika. Zum ersten Mal bestellten wir uns eine Flasche Fairview Quartz Rosé in Mossel Bay, und fanden ihn ganz lekker. Nun war es also Zeit, Fairview Wine Estate einmal zu besuchen. Die Farm, die neben dem Wein ansonsten bekannt für ihre Ziegen und den entsprechenden Käse ist, war an diesem Tag der Start- und Zielpunkt für ein Fahrrad-Rennen, das just bei unserer Ankunft beendet war. Die Versorgung der Radsportler fand unter freiem Himmel auf dem Gelände statt. Es sah eher wie ein Picknick denn eine Massenabfertigung aus. Schien so, als hätten die Übung darin, Ereignisse dieser Art zu organisieren oder zu beherbergen.
Wir waren aber für die Weine hier und entschieden uns für ein Wein- und Käse-/ Wurst-Tasting an einem der vier aufgebauten Tresen im Hauptgebäude des Gutes. Eine junge Dame führte uns durch unsere sechs Weine und empfahl jeweils einen vorbereiteten Käse oder Wursthappen. Auch ohne diese feste Nahrung schmeckten alle Weine durchweg gut. Mit dem Käse dazu war das Ganze natürlich noch einmal etwas Besonderes, denn beides, Wein und Käse ergänzten sich hervorragend. Der Quartz Rosé war nach wie vor gut, der Viognier war der Hammer. Schon deswegen hat sich die Reise gelohnt. Selbstverständlich konnte man den Käse, die Wurst, den Wein und noch viele andere kleine Köstlichkeiten in dem wie durch Zufall direkt benachbarten Fairview-Shop kaufen können. Wir entschieden uns allerdings, im Restaurant „The Goatshed“, also im Ziegenschuppen etwas zu essen.

Gestärkt machten wir uns auf zum vorerst letzten Weingut des Tages, nach Laborie Wine Estate, eine Empfehlung unserer Freunde aus Bloubergstrand. Das Weingut liegt in der Nachbarschaft zu Fairview direkt unterhalb des ikonischen Afrikaanse Taalmonuments, dem Afrikaans-Sprachdenkmal, das der Sprache Afrikaans gewidmet ist. Laborie ist hübsch, wirklich. Eine besser gepflegte Anlage haben wir nur selten gesehen. Geradezu pittoresk das Ganze. Auf der Anlage stehen überall Kunstwerke, der Rasen ist irgendwie grüner als anderswo, die Häuser sind klassisch  im kapholländischen Stil erbaut und weiß gestrichen – ebenso die neueren – und die Weine sind auch noch gut. Das Wein-Tasting fand in einem sehr modernen Ambiente mit Blick auf die Weinberge statt. Fünf Weine wurden offeriert, von denen alle ein „Daumen hoch“ erhalten haben. Laborie werden wir uns auf jeden Fall merken.


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